© Silvia Beniers
Chronik GMV 1985 e. V.
Geschichte
1875 - 1945 bis 1958 1959 - 2000 2000 - 2018 GMV
Geschichte ab 1900 Aus der Geschichte des Gocher Musikvereins

Es gibt nur wenige Vereine, die fast lückenlos aus ihrer

 Geschichte berichten können.

Auch der Gocher Musikverein 1875 besitzt nur wenige Fotos, Zeitungsartikel und

Konzert-Porgramme, die den Krieg überstanden haben. Diese und die

Erinnerungen älterer Mitglieder sind die Unterlagen, die zur Geschichte des

Gocher Musikvereins in diesem Bericht die Grundlage bilden. 

1870

Um das  Jahr  1870 - so berichtet die Chronik des Gocher Musikvereins - bestand

in Goch ein Musik- und Gesangsverein "Eintracht", der sich viele Jahre lang in

dem damals kaum 4000 Einwohner zählenden Städtchen Goch hauptsächlich der

kirchlichen Musik widmete. Bei Prozessionen, feierlichen Hochämtern und

anderen kirchlichen Veranstaltungen wirkte das kleine Orchester der "Eintracht"

regelmäßig mit.  Die besten Musiker Gochs waren fast ausnahmslos Mitglieder

dieses Orchesters.

1875

Seit dem Jahr 1875 sind die Instrumental - Musiker des alten Kirchenchores in

einem besonderen Verein unter der jetzigen Bezeichnung vereinigt. Dieser

Musikverein sollte zwar ein bürgerlicher Musikverein sein, bei öffentlichen

kirchlichen Feierlichkeiten  wirkte er aber regelmassig mit. 

Den ersten Dirigenten fand der Gocher Musikverein in dem Volksschullehrer

M e n d e n , der den Verein zehn Jahre leitete. Der Verein fand bei der

Bürgerschaft viel Sympathie. Nach dem Tode des Lehrers Menden schwang der

alte Musiker Engelberts den Dirigentenstab, damals als " T o o n o h m e "

bekannt. Nach dem Tode Engelberts leitete kurz ein Dirigent aus Kleve den Verein,

danach der Justizbeamte M e e u w e s e n. Ein weiteres Dokument aus dieser Zeit

ist dem Verein erhalten geblieben, und zwar die handschriftlichen Statuten vom

31. August 1892 mit den Unterschriften des gesamten Vorstandes:

   

In den weiten Jahren und Jahrzehnten wechselte die Führung wiederholt.

Vorsitzende waren:

1901 - 1904

Wilhelm Meeuwesen

1904 - 1909

Jakob Heutgens

1909 - 1922

Hermann Diederichs

1922 - 1924

Alfons Lavon

1924 - 1925

Lambert Berends

1925 - 1927

Hermann Diederichs

1927 - 1935

Hans Tebuckhorst

1935 - 1970

Peter Keisers

1970 - 1973

Heinz Keisers

1973 - 1976

Peter Keisers

1976 - 1978

Dietmar Golsch

1978 - 1988

Fred Tebuckhorst

1988 - 1994

Uwe Thomas

1994 - 2008

Egbert Beniers

2008  bis heute

Mareike Ender

 

Genauso wechselte auch die musikalische Leitung:

1901 - 1908

Wilhelm Meeuwesen

1908 - 1920

Friedrich Schrader

1920 - 1921

Fritz Holtzhausen

1921 - 1924

Adam Kleintjes

1924 - 1931

Friedrich Gehne

1931 - 1934

Johannes Heyden

1934 - 1939

Gustav Geerlings

1939 - 1949

?

1949 - 1965

Franz Tebuckhorts

1965 - 1969

Helmut Kepser

1969 - 1994

Peter Lambert

1994 - 2009

Rudolf Koppers

2009 - 2018

Christian Mallach

2018 -

Steffen Beniers

1927

Im Jahr 1927 war der Verein gezwungen, durch Verschleiß der alten eine neue Fahne

anzuschaffen und zu weihen. Im gleichen Jahr war es ebenfalls möglich, für die aktiven

Mitglieder erstmalig eine eigene und einheitliche Uniform zu beschaffen. Betont sei

hierbei der große Idealismus, denn das Geld für die Beschaffung der Uniformen wurde

ohne fremde Hilfe aus eigenen Mitteln der Mitglieder bereitgestellt. Genauso wurde

Ende 1928 bei der Gründung des Tambourkorps die Kosten für Ausbildung, Uniformen

und Instrumente allein vom Verein getragen.

Leitung und Ausbildung des Tambourkorps mit einer Stärke von 20 Mann übernahm

Herr Fritz Gehne. Die Ausbildung wurde so intensiv betrieben und es wurde so eifrig

geprobt, dass das Korps bereits im Mai 1929 am Wettstreit in Sevelen (Issum)

teilnehmen konnte. Von nun an wurden manche Wettstreite besucht und mehrere

Preise heimgebracht.

Auch die Kapelle war in den dreißiger Jahren in musikalischer Hinsicht sehr aktiv. Es

wurden neben den üblichen Aufgaben laufend große Konzertabende (auch

Wohltätigkeitskonzerte) durchgeführt. Hervorzuheben sind insbesondere mehrer

Konzerte in Goch, Emmerich und Bocholt mit dem

M a r s c h k ö n i g   B l a n k e n b u r g

als Dirigent.

 

1935

1935 wurde das 60-jährige Jubelfest wie die vorherigen Jubelfeste in gebührender

Form gefeiert. Viele Musikkapellen aus der näheren und weiteren Umgebung und auch

aus dem benachbartem Holland  waren der Einladung des Gocher Musikvereins

gefolgt.

Bei Ausbruch des Krieges mussten Kapelle und Tambourkorps ihren Spielbetrieb

einstellen, da fast alle Mitglieder eingezogen wurden.

Der Gocher Musikverein beklagte folgende Kriegstote:

Gerhard Kösters

Heinrich Goertz

Johann Diederichs

Gerhard van Raay

Willi Hans

Wilhelm Munkenbäck

Josef Hoibom

Ed. Vennemann (vermisst)

1875 - 1945